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September 29, 2005

Hare Krishna - Die Welt ist Klang

Abgelegt unter: Gesellschaft — Daniel Schrader @ 12:08

Mantra:

Hare Krishna Hare Krishna
Krishna Krishna Hare Hare
Hare Rama Hare Rama
Rama Rama Hare Hare

Hare Krishna MP3 (5 MB)

So lautet das Hauptmantra der “Hare Krishna”-Bewegung. Die Bewegung verspricht den Ausbruch aus dem ewigen Zyklus der Reinkarnation allein durch das Singen dieses Mantras.

“Nada Brahma - Die Welt ist Klang”, ist der Titel des (Hör-)Buchs von Joachim-Ernst Berendt. Darin schreibt der Autor im Vorwort:

Vielleicht wissen wir heute, warum das so ist - auch davon handelt dies Buch. “Alles ist Eins”, haben die Weisen Asiens und die alten Ägypter gesagt. Man konnte das glauben oder auch nicht glauben. Inzwischen bestätigt die moderne Atomphysik - die Komplexe Relativitätstheorie Jean E. Charons, Erkenntnisse von Physikergruppen in Pasadena und Princeton, die sogenannte Bootstrap-Physik, das Phänomen der Holographie und anderes, über das wir sprechen werden -, daß in der Tat “alles Eins” ist, auf eine unserem Intellekt nicht nachvollziehbare und gleichwohl wissenschaftlich, mathematisch, experimentell zu erhärtende Weise. Wenn aber “alles Eins” ist, dann ändert mein Bewußtsein - dann ändert das Bewußtsein von einem Menschen das Bewußtsein von tausend Menschen, und das Bewußtsein von einer Million Menschen kann das Bewußtsein von 100 Millionen, das Bewußtsein von 100 Millionen das Bewußtsein von einer Milliarde Menschen verändern. […]

Wenn nun tatsächlich einem Ur-Klang oder einem Ur-Wort die Möglichkeit immanent ist, Glückseligkeit zu erlangen, was bedeutet das?

Nehmen wir an ein Mensch gelangt in die Kenntnis eines solchen Ur-Klangs, welcher uns in eine Lage versetzt, in der wir uns in einem Zustand des Glücks und der Erfüllung befinden, den wir als Glückseligkeit bezeichnen. Gehen wir weiter davon aus, daß dieser Mensch sich auch nach seiner Glückseligkeit noch an den Ur-Klang oder das Mantra erinnern kann. Und jetzt schreiben wir diesem Ur-Klang noch eine (wenn auch geringe) Wahrscheinlichkeit (z.B. 1%) zu, auch von anderen Menschen so empfunden zu werden. Der “Entdecker” des Klangs könnte sich aufmachen, und die Kunde von seinem Ton verbreiten. Es wäre fast gleichgültig, welche Dogmen er mit einstreuen würde, die Lehre würde Verbreitung finden, da sie sich in der Praxis durch die Verbreitung der Eudaimonie beweisen würde. Ein Sektenführer wäre geboren.

Die Welt ist Klang. Dazu schreibt www.planetware.de z.B. folgendes:

Die Erbmasse des Menschen
Die DNS (Desoxyribonukleinsäure) hat ein Resonanzmaximum von 351 Nanometer (gemessen von Dr. Fritz-Albert Popp an der Universität Marburg). Die Trägersubstanz der menschlichen Erbmasse schwingt mit der halben Wellenlänge (= doppelte Frequenz) des rotorangen Lichtes. Das ist genau 66 Oktaven höher als die Rotationsfrequenz der Erde, beziehungsweise 41 Oktaven höher als deren Ton (194,18 Hz).

Daß also so ein Klang zumindest unseren Körper in angenehme Schwingungen versetzen kann scheint fast gesichert. Deshalb halte ich auch die Existenz von Mantras, Musik, und Klang, die den eudaimonischen Zustand hervorrufen können, für sehr wahrscheinlich. Ziemlich sicher hat sich auch die Techno-Musik der 90er Jahre solcher Frequenzen bedient. Wenn solche Strömungen aber immer wieder auftauchen und verschwinden, stellt sich doch die Frage, warum die Menschen nicht bei ihrem gefundenen Glück bleiben.

Drei Möglichkeiten scheinen plausibel:

  • Jemandem passt die Glückseligkeit der Menschen nicht, und er steuert gezielt, z.B. durch das Aussetzen von Gerüchten über die “Sekte”, dagegen.
  • Die Erreichung der Glückseligkeit ist zu zeitintensiv, und erfordert eine starke Introversion. Zum einen kann diese Zeit evtl. aus beruflichen Gründen nicht aufgebracht werden, zum anderen liegt aber vielleicht ein starker Trieb vor, extrovertiert zu handeln.
  • Die Glückseligkeit kann mit diesem Klang nur bestimmte Zeit aufrecht erhalten werden, und verlangt im Zustand der Ruhe nach Veränderung.

Da monokausale Erklärungen fast immer falsch sind, sollte man am besten davon ausgehen, daß alle Aspekte mehr oder minder ausgeprägt daran beteiligt sind.

In der heutigen Zeit wird nicht mehr nach einer alleinseligmachenden Botschaft gesucht, sondern es findet immer häufiger die Verwendung einer Mischform Verwendung. Meines Erachtens bewirkt dies jedoch nur, daß die letztendliche Wirkung einer solchen Komponente (z.B. New Age, Religion, Meditation, Kunst, Philosophie, …), oder besser das Ausbleiben der Wirkung verzögert wird. Wenn man nur 5 Minuten am Tag mit Meditation verbringt wird die Erleuchtung sicher länger dauern, als bei einem tibetanischen Mönch. Diese Verwischung ist äußerst hinderlich bei der philosophischen Suche nach dem Glück, aber letztendes genau so postmodern, wie wir es verdienen.

Ein letzter Grund, warum die Glückseligkeitsversprechungen entweder nicht erfüllt werden können, oder nur von kurzer Dauer sind, ist die Tatsache, daß wir bei der Suche nach der Glückseligkeit auf der Suche nach einem geistigen Gut sind. Aber da wir durch unseren Körper gebunden sind, wird uns dieser Zustand wohl für immer verborgen bleiben, solange unser Geist an den Körper gebunden ist (was er meines Erachtens immer sein wird, da Maschine und Software nach aktueller AI-Forschung nicht getrennt betrachtet werden können). Einzig die Verlaufsform, also die Glückseligwerdung kann einen Geschmack der Glückseligkeit vermitteln.

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